

Tatsächlich habe ich es dieses Mal komplett ohne Lösungshilfe geschafft!

Gefürchtet habe ich mich im Prinzip hier nur vor den beiden großen Finalrätseln. Das wären einmal die Feuermurmeln im Kraftwerk: Deren Anordnung und welche Farbe zu welcher Insel gehört, habe ich in der Lösung nie verstanden. Einmal mehr habe ich hier einen Aha-Effekt erlebt, den man mit Lösungshilfe einfach nicht erleben kann, weil man sich gar nicht erst die Mühe macht überhaupt zu denken. Dennoch: Auch wenn ich es inzwischen verstehe, ist dieses Rätsel viiiieeeel zu schwer. Genervt hat mich, dass man nur vier Farben den Inseln zuordnen kann. Für die fünfte Insel bleiben zwei Farben übrig, die man stumpf durchprobieren muss. Das wäre nicht einmal das Schlimmste, aber da die Murmeln dann noch punktgenau platziert werden müssen, macht es dann zu einer Tortur. Ich wusste, woher ich die Position der Murmeln bekomme, aber es gibt nur einen lächerlichen Hinweis darauf, wie die Murmeln anzuordnen sind und selbst, wenn man es weiß, kann man sich leicht vertun. Das gepaart mit der Komponente, dass man die Insel gar nicht kennen kann, macht dieses Rätsel für mich unmöglich schwer. Vor allem erfährt der Spieler zu keiner Zeit, dass er diese Insel gar nicht kennenlernen kann. Woher soll man dann wissen, dass man nciht weitersuchen, sondern einfach ausprobieren muss?? Geschafft habe ich das hier jetzt nur dank entsprechendem Vorwissen.
Naja, und dann wären da noch die D'ni-Zahlen, die ich bis heute nie kapiert hatte und es selbst jetzt nur eingeschränkt tue. Ganz schlimm finde ich, dass man im Spiel nur die Zahlen 1 - 10 lernt, man aber 25 Zahlen braucht, um den Code der Dome zu knacken. Ich als normaler Spieler hätte jetzt die gesamte Insel auf den Kopf gestellt, um die restlichen Zahlen zu finden. Es wird an keiner einzigen Stelle angedeutet, dass man sich die übrigen Zahlen selbst zusammenbasteln muss. Wer - verdammte Hacke - soll denn auf sowas kommen?? Erst, wenn man dieses Wissen hat, kann einem überhaupt erst ein Muster in den Zahlen auffallen und selbst dann ist es noch extrem schwer, die Zahlen weiterzuentwickeln. Das Muster, das man zum Zahlenbauen erkannt hat, lässt sich nämlich nicht direkt auf die höheren Zahlen übertragen. Irgendwann wurde mir dann klar, dass es gar nicht vorgesehen ist, dass ich alle 25 Zahlen entschlüssele. Viel mehr soll und darf ich nur die notwendigen Zahlen entschlüsseln und das schaffe ich nur, indem ich wieder einmal ausprobieren... Erneut habe ich zwei Optionen, die richtig sein könnten. Das wäre auch wieder alles gut und schön, aber nicht in einem Rätsel, bei dem es sowieso schon so viele Unbekannte gibt, bei denen man sich zu keiner Zeit sicher sein kann, ob man überhaupt die richtige Idee hat, was die D'ni-Zahlen angeht.
Zwei Rätsel, die mir nun - da ich sie erstmals alleine gelöst habe - doch etwas das Finale kaputt gemacht haben. Die Handlung wird gerade spannend und dann kommen diese Megaklopper, die mich mind. 2 Stunden beschäftigt haben.
Trotz allem hat es mir noch immer sehr gut gefallen. Ich liebe die Handlung und ich liebe die Atmosphäre der Spielewelt, die sogar fast noch dem ein oder anderen modernen Spiel den Rang abläuft. Eine wunderschöne Grafik, sooo viele wundervolle Animationen, dann noch die langen Zwischensequenzen und die fantastische Musik. Ich reise einfach gerne nach Riven. Es gibt zwar Myst-typisch kaum Personen auf Riven, aber trotzdem lebt die Insel. Alleine durch die zahlreichen Tagebücher und die geschickt verstreuten Zwischensequenzen wird die Welt doch irgendwo lebendig, auch wenn man es kaum sieht. Dazu kommen solche liebevollen Animationen wie Käfer, Schmetterlinge oder sonstige Tiere. Da sich die PC-Version sehr viel flüssiger spielen lässt, habe ich dieses Mal auch sehr viel mehr erkundet und sogar neue Ansichten entdeckt, die es entweder auf der PS-Version nicht gab oder die ich einfach nie bemerkt habe. Durch das Erkunden habe ich dieses Mal auch einen viel intensiveren Bezug zu den Myst-Romanen bekommen, wonach sich Gehn ja für einen Gott hält, was hier in Riven sehr deutlich wird (hatte ich vorher auch nie so direkt bemerkt, weil ich mich zu schnell durch Riven durchgeklickt hatte). Dadurch gewann zwar die Handlung sehr an Fahrt, aber die Welt verlor etwas an Atmosphäre. Ich freue mich, dass ich das Spiel nun so kennengelernt habe, wie es gedacht ist, auch wenn es mir sicherlich wesentlich leichter von der Hand ging als Neulingen.
Soooo, und nun heißt es wieder zeitig zu Bett gehen: dort wird nämlich jetzt Das Buch der D'ni gelesen. Das ist der dritte und letzte Roman der Myst-Reihe, der nun lose an die Ereignisse anknüpft. Wenn ich mich recht erinnere, war es das schlechteste der Bücher, aber vielleicht sehe ich ja auch das nun wieder mit ganz anderen Augen.