
Ich habe jetzt Life is Strange - Wavelenghts beendet. Das ist ein Add-On, für das man zwingend "True Colors" besitzen, aber auch gespielt haben muss. Letzteres ärgert mich ein wenig, da es sich bei Wavelenghts um die Vorgeschichte handelt. Tatsächlich wird mir aber verboten, diese vorher zu spielen, da diese erst nach Abschluss des Hauptspiels freigegeben wird.
Ansonsten bin ich aber schwer begeistert! Hier sind mir noch einmal minimalistischer unterwegs. Dieses ca. 3 - 4-stündige Spiel erstreckt sich auf nur 3 Räume! Man spielt Steph (ein homosexueller Nebencharakter aus "Before the Storm") und unterhält mit ihr den übernommenen Plattenladen, sowie den eigenen Radiosender. Das Spielkonzept ist so simpel wie genial! Moderationen managen, Musik auflegen und Plattenladen betreuen. Dazu gibt es viel zu erkunden, viel über Steph zu erfahren und zudem knüpft dieses kurze Spiel stark an das originale "Life is Strange" an. Man erfährt z.B. ein wenig über das Schicksal dieser Nebencharaktere während des Sturms.
Da das Spiel schon in einem Plattenladen nebst Radiosender spielt, ist natürlich das absolute Herzstück dieses Spiels die Musik. Die ist wirklich herausragend. Meist begleiten rockige Stücke das Geschehen, aber man darf oft auch selbst Stücke auswählen.
Einige Anrufer und ein paar Ereignisse nach Feierabend sorgen für die nötigen Dialoge und dafür, dass es absolut nie langweilig wird. Selbst Chloe taucht in Form von Erinnerungen kurz auf.
Ein klasse Zusatzkapitel, das mir richtig gut gefallen hat! Es gibt zwar keine echte, nennenswerte Handlung, aber um den Charakter Steph besser kennenzulernen, ist das perfekt! Deswegen finde ich es auch so schade, dass man das nicht vorher spielen durfte. Ich denke, ich wäre danach eher mit ihr eine Beziehung eingegangen, anstatt mit einem männlichen Charakter. Sie wird in diesem Zusatzspiel nämlich als ziemlich einsam portraitiert. Und dennoch ist es so wie im Hauptspiel: Gefühle ja, aber niemals zu ernst. Man schmunzelnd viel mehr, als dass man in eine zu ernste, nachdenkliche Ecke gelenkt wird.
Das war nun der letzte Teil der Life is Strange-Reihe! Wie gesagt: Es geht nach wie vor nichts über das originale Spiel, aber mir hat grundsätzlich jeder der anderen Teile gefallen. Sie alle lassen sich überhaupt nicht miteinander vergleichen. Das eine eher ernst, das andere eher ein Abenteuer und dann wieder eines eher lustig gehalten. Alle Spiele eint aber, sie erzählen sehr gefühlvolle Geschichten mitten aus dem Leben. Ich liebe diese Spielereihe einfach und würde mich freuen, irgendwann einen weiteren Teil zu sehen. Die alten Teile werde ich natürlich auch beizeiten noch mal wiederholen.