
Leider blieb das Maus-Problem weiterhin bestehen, nur viel, viel seltener und nicht mehr so extreme Sprünge. Das war zum Spielen noch verschmerzbar, hat aber meine Hemmschwelle für Komplettlösungen dennoch etwas gesenkt. Trotzdem habe ich drei von vier Welten ohne Hilfe lösen können.


Ich kann der Handlung überhaupt nichts abgewinnen und sie ist, so wie sie ist, schlichtweg unlogisch und vollkommen unspannend und die Tagebücher sind dieses Mal vollkommen inhaltslos - schlimmer noch: sie erzählen die Handlungen der vorherigen Spiele aus Yeeshas Sicht nach. Da hätte man stattdessen lieber mehr Inhalt auf D'ni verwenden sollen, das man hier schließlich besucht und auch der Bösewicht, mit dem man es zu tun bekommt, ist ein überlebender D'ni. Überhaupt hätte dieses Spiel so viel Potential gehabt, aber stattdessen krempelt man alles um, was man in den Vorgängern und den Romanen aufgebaut hat. Dass Yeesha als Säer ohne Bücher durch Zeit und Raum reisen kann, ok. Dass sie Personen mitnehmen kann, ok. Dass ein Geisteskranker, der sich lediglich für den Säer hält, ebenfalls über diese Macht verfügt - hää ??? Also konnte jeder, der nicht ganz beieinander war, auch ohne Bücher reisen?

Selbes Spiel auch mit den Steintafeln. Bereits im ersten Roman lernt man, dass eine Verbindung innerhalb einer Welt niemals möglich ist, wie z.B. von D'ni zur Erdoberfläche - und doch kann man sich in Myst V plötzlich mittels Steintafeln zu allen möglichen Stellen der Insel beamen.
Schön hingegen ist das Weltendesign, das zwar nicht mit einem Myst IV mithalten kann, aber dennoch schön anzusehen ist. Außerdem sind die einzelnen Welten sehr, sehr unterschiedlich, ebenso wie auch die Rätsel. Das hat mir in URU schon sehr gut gefallen. Diese Vielseitigkeit ist sehr gut gelungen und motiviert wenigstens etwas, sich durch das Spiel zu rätseln.
Sehr gut gelungen ist auch die Steuerung. Wer mag, der spielt auf althergebrachte Weise und klickt sich durch die Bilder, aber man kann sich auch vollkommen frei bewegen. Wer sich durch die Bilder klickt, sieht die Bewegungen dann als Kamerafahrten, was ich sehr gut gelöst finde. Das geht auch zügig genug voran.
Die Musik von Tim Larkin ist ebenfalls gut gelungen. Zumindest steht der Soundtrack den übrigen Teilen in nichts nach.
Insgesamt aber kann das das Spiel nicht wirklich retten. Ich bin froh, dass ich es nun durch habe und hätte es auch nicht allzu schlimm gefunden, wenn ich es doch nicht hätte spielen können. Myst V ist jedenfalls eindeutig der schlechteste Teil der Hauptreihe. Schade, dass ausgerechnet der vermutlich letzte Teil so sehr abfällt, nachdem Myst und Riven seinerzeit so wundervoll waren. Es ist wohl eines der guten Beispiele dafür, was passiert, wenn den eigenen Entwicklern ihr Projekt langsam zu langweilig wird.
Nun geht's weiter mit "Der Herr der Ringe Online" in den Trollhöhen mit Band 1 Buch 4. Dürfte aber nicht allzu lange dauern, da ich einen Großteil des Gebietes schon durch habe.