Englisch ist für mich ohnehin ein K.O.-Kriterium. Ohne deutsche Untertitel landen Spiele gar nicht erst auf meiner Liste. Eine Ausnahme werde ich aktuell nur für den neusten Dark Fall-Teil machen, den ich mir aber auch nicht kaufen, sondern dann auf Youtube anschauen werde, einfach um die ganze Reihe zu kennen und weil dort wohl kaum Hoffnung besteht, dass der irgendwann noch untertitelt wird.
Da bin ich dann auch wie die Anti-Controller-Fraktion hier: Ein Spiel nur mit englischer Sprachausgabe könnte ich nicht genießen. Da müsste ich viel zu angestrengt zuhören, bzw. am besten auch mitlesen, um genug zu verstehen. Das ist dann nicht mehr der Spielspaß, der einen Kauf rechtfertigen würde.
Ich bin seit eben mit
Black Mirror III durch. Tja, viel gibt es eigentlich nicht mehr hinzuzufügen. Das Spiel ist eine erzählerische Katastrophe. Da stimmt einfach der gesamte Aufbau nicht. Überall klaffen riesengroße, spielerische Lücken. Da wäre das Wohnhaus des Pfarrers, an dem man zwar Klopfen kann, aber der zu keinem Zeitpunkt des Spiel dort ist. Da wäre Ralph aus dem Irrenhaus, dessen Schicksal zu einem unausgegorenen Beiwerk verkommt. Da wäre unsere zweite Spielfigur Valentina, die wir erst im finalen Kapitel 6 steuern dürfen. Dann diese schrecklich abgehackten Zwischensequenzen, die nur wenige Sekunden lang sind. Und nicht zu vergessen das völlig belanglose und abgehackte Finale, das wohl auch mal ganz anders angedacht war und wo man sicherlich vorher mal selber das Gift hätte mischen sollen. Überhaupt ist dieses ganze Finalkapitel schrecklich designt. Es kommt weder Spannung auf, noch wirkt die Geschichte an der Stelle logisch. Wenn doch Mordred sein Gefäß absichtlich zum Spiegel führen will, wieso tritt er dann nicht genau zum Ende stärker in Erscheinung. Nein, dann hält er sich fein zurück und wartet darauf, besiegt zu werden. Ist klar...
Überhaupt holpert das ganze Spiel nur so vor sich hin. Ob es nun der neue Butler ist, der das Spiel in keinster Weise bereichert. Ob es die Vatikan-Tussi ist, deren Charakter absolut flach bleibt oder einfach die alten Bekannten aus Teil 1 und 2, die hier plötzlich zu lästigen Randfiguren verkommen. Ein nahtloser Übergang zu Teil 2, wie man ihn eigentlich erzählen wollte, sieht anders aus.
Naja, und dann störte mich eben auch noch die matschige Grafik, die in Teil 2 wesentlich lebendiger wirkte. Hier gab es gewaltige Unschärfen vor allem an den Bildrändern. Die Sprecher waren nicht mehr so überzeugend, ebenso wie die Dialoge. Die Musik war teils schlecht abgemischt und übertönte die Sprachausgabe. Ja, kann man einstellen, aber eigentlich erwarte ich, dass es gleich passend abgemischt ist. Und die Rätsel waren auch nicht gerade der Brüller. Richtig genervt hat mich das Labyrinth mit den Geistern im Finale.
Insgesamt ist dieser Teil ein größerer Reinfall als die Neuauflage, finde ich. Spielspaß kam jedenfalls nie wirklich auf und was ich noch immer bemerkenswert finde: Ich weiß, dass ich das Spiel damals schon mal gespielt habe, aber ich konnte mich an genau zwei Szenen erinnern: die Geisterfrau im Wald und das Finale. Der Rest war für mich durchweg neu. Ich kannte die Schauplätze nicht mehr und ich kannte die Handlung nicht mehr. Es kam mir auch nichts davon noch irgendwie vertraut vor - das war so, als würde ich es zum ersten Mal spielen. Habe das Spiel wohl damals schon erfolgreich aus meinem Kopf verdrängt.
Damit endet auch erst mal wieder mein Ausflug ins Abenteuer-Genre. Ich werde jetzt wieder nach Mittelerde zurückkehren.
Dort wird jetzt das erste und zweite kostenpflichtige Add-On komplett durchgespielt. Das wären einmal die Minen von Moria und dann das wundervolle Gebiet Lothlorien, gefolgt vom bisher langweiligsten Gebiet, dem südlichen Düsterwald. Insgesamt 9 Bücher + einen Epilog, sowie die zahlreichen Nebenquests werde ich nun vor mir haben. Das dürfte mal wieder ein paar zig Stunden dauern. Immerhin bin ich inzwischen auch Roman-technisch schon weiter und kann endlich das Spiel wieder auf Basis frischer Erinnerungen aus dem Roman erleben. Gerade die Levelgestalter beweisen jedenfalls eine außerordentliche Buchkenntnis.
Frodo lag mit dem Kopf in Sams Schoß, tief im Schlaf versunken; auf seiner weißen Stirn lag eine von Sams braunen Händen, und die andere ruhte leicht auf seiner Schulter. In ihren Gesichtern stand Friede.
Gollum betrachtete sie. Ein seltsamer Ausdruck zog über sein ausgemergeltes Gesicht. Das Flackern schwand aus seinen Augen, und sie wurden trüb und grau, alt und müde.